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Ratgeber
Pflanzenkohle im Garten selber herstellen – Anleitung [Terra Preta]

Pflanzenkohle im Garten selber herstellen – Anleitung [Terra Preta]

Pflanzenkohle ist ein Bodenaufwerter, der gerade bei sandigen oder sonst benachteiligten Böden, einen sehr großen Unterschied machen kann. Als wichtiger Bestandteil der bekannten Terra Preta sorgt die Pflanzenkohle hier für viele Verbesserungen des Bodens. So spiechert die Pflanzenkohle Wasser, sodass die in längeren Dürreperioden länger für Pflanzen verfügbar ist. Auch Nährstoffe werden durch diese Kohle gespeichert und können bei Starkregen nicht so leicht ausgewaschen werden. Pflanzen- oder Biokohle lässt sich zudem sehr einfach aus alten Schnitt und Holzabfällen herstellen. Wie du dies selber machen kannst, um dann daraus z.B. Terra Preta herzustellen, das erklären wir dir in dieser Anleitung.

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Was kann Pflanzenkohle

Pflanzenkohle, oder oft auch Biokohle (Biochar) hat viele nützliche Effekte. Wir haben bereits einen Artikel dazu verfasst und fassen sie die hier deshalb nur kurz zusammen. Eine ausführliche Auflistung findest du hier: 

Pflanzenkohle – das Multitalent im Garten

Wichtig für dich zu wissen, Pflanzenkohle speichert wie eine Batterie Wasser und Nährstoffe im Boden. Diese sind somit für die Pflanze dann verfügbar, wenn sie sie am meisten braucht, nämlich in den Dürreperioden im Sommer. Auch die Auswaschung von Nährstoffen und Mikroorganismen wird so deutlich reduziert. Zudem speicherst du durch die Pflanzenkohle CO, welches die Pflanze vorher aus der Luft aufgenommen hat, langfristig im Boden. Auch wichtigen Mikroorganismen bietet die Pflanzenkohle ein Habitat und unterstützt sie so.

Pflanzenkohle herstellen - so geht´s:

Nun aber zu dem wichtigsten Teil: Du kannst Pflanzenkohle auch ganz einfach selber herstellen und das lohnt sich nicht nur finanziell. Durch die eigene Herstellung schließt du Stoffkreisläufe in deinem Garten und wirst zudem die holzigen Schnittabfälle los, die sonst oft aufwendig abtransportiert oder verbrannt werden. 
Nun gibt es mehrere einfache Möglichkeiten, selber Pflanzenkohle herzustellen. Sie basieren alle auf der gleichen Methode und sind für jeden einfach nachzumachen. Das Grundprinzip beruht darauf, holzige Biomasse zu verbrennen und sie nach einer gewissen Zeit abzulöschen, sodass sie dann doch nicht vollständig verbrennt, sondern die unverbrannte Kohle übrig bleibt.

0 kg CO₂
entspricht 1 kg Pflanzenkohle

Was brauche ich um Pflanzenkohle herzustellen?

Um nun aus deinen Holz- und Schnittresten Pflanzenkohle herstellen zu können braucht es nicht viel, sondern lediglich:

  • Holz- und Schnittreste, die relativ trocken sind (gut brennbar) und im Idealfall ähnlichen Durchmesser besitzen
  • Wasser (etwa 30l, je nach Menge der Kohle)
  • Großes Gefäß/Wanne oder eine Erdkuhle 
  • Etwas um das Feuer zu entfachen

Das Feuer entfachst du am besten in einer großen, feuerfesten Wanne, z.B. aus Zink, oder in einem kleinen Erdloche, welches ca. 30cm tief und 1,5m im Durchmesser sein sollte. Zudem solltest du, falls du solch eine Wanne benutzt, diese nicht auf eine Rasenfläche stellen, da es darunter sehr heiß wird und der unbewachsene Fleck so schnell nicht verschwindet. Nicht verwenden solltest du lackiertes oder behandeltes Holz, da du alles was nicht komplett verbrennt anschließend in den Boden bringst. Das Holz sollte also unbehandelt sein.

Pflanzenkohle selber herstellen Zinkwanne

Pflanzenkohle im Garten herstellen

Haben wir nun alle Dinge, die zur Herstellung nötig sind beisammen, kann es auch schon losgehen. Zunächst solltest du dir einen guten Platz suchen. Am Besten auf Stein- oder Betonplatten, sodass kein Rasen oä. beschädigt werden. Danach sollte der Boden der Grube oder der Wanne mit gut brennbarem Holz ausgelegt werden. Dies kannst du nun entzünden und ein kleines Feuer entfachen. Der Anfang unterscheidet sich nicht groß von einem gewöhnlichen Lagerfeuer. Allerdings solltest du nun immer, wenn du eine weiße Ascheschicht erkennen kannst, Holz und Schnittgut nachlegen. Ist auch diese Schicht heruntergebrannt und es entsteht wieder Asche, so legst du abermals nach.

Schnittreste können einfach verwertet werden

Diese Schritte führst du nun so lange aus, bis die gewünschte Menge an Pflanzenkohle vorhanden ist, oder aber dein Verkohlungstelle voll ist. Am Ende wartest du dann noch einmal ab, bis eine Ascheschicht entsteht. Aber anstatt nachzulegen übergießt du alles mit Wasser. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da die heiße Glut das Wassre anfangs verdampfen lässt. Taste dich also vorsichtig heran und gieße dann so lange Wasser über die Kohle, bis das Stelle mit Wassre gefüllt ist und es nicht mehr qualmt. Nun musst du alles erst einmal abkühlen lassen. Bist du sicher dass alles abgekühlt ist kannst du, wenn du eine Wanne genutzt hast, das Wasser abgießen- Hast du es in einer Erdkuhle gemacht, kannst du die Kohle z.B. mit einer Schaufel oder Gabel herausholen. 

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Fertige Pflanzenkohle weiter verarbeiten

Jetzt hast du fertige, feuchte Pflanzenkohle. Allerdings sind so gut wie immer einige Stücke nicht komplett durchgekohlt. Diese gilt es nun auszusortieren, da sie im Boden nur sehr langsam verrotten und somit keinen bis wenig positiven Effekt hat. 
Nun könntest du die Kohle natürlich trocknen lassen, allerdings hält sie Wasser so gut, dass dies seeehr lange dauert. Zur Verwendung als Zutat der Terra Preta stört die Feuchte allerdings nicht, sodass dies hier nicht nötig ist.

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Pflanzenkohle selber herstellen

Pflanzenkohle speichert CO₂ langfristig

Nun kannst du die hergestellte Pflanzenkohle weiter verwenden. Wie man daraus selber Terra Preta herstellen kann, das haben wir dir in einem andren Beitrag näher erläutert. Allgemein ist jedoch gut zu wissen, dass Pflanzenkohle nicht „roh“ in den Boden eingebracht werden sollte. Hier kommt wieder der Vergleich mit der Batterie ins Spiel. Rohe Pflanzenkohle ist wie eine ungeladene Batterie. Du solltest sie also vorher mit Nährstoffen aufladen. Dies kannst du z.B. mit Kompost tun. Falls dich ein konkretes Rezept für Terra Preta interessiert, kannst du dies und vieles mehr in unserem Podcast nachhören:

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