Bokashi mit Pflanzenkohle

Bokashi Kompost richtig anlegen [komplette Anleitung]

Er ist in aller Munde: Der Bokashi. Doch was steckt hinter diesem Wundermittel, und ist er wirklich so hilfreich, wie er angepriesen wird? Im Folgenden gehen wir durch die Vor- und Nachteile eines Bokashis. Wir klären, ob der Bokashi sich auch für deine Küche eignet. Letztlich erläutern wir, wie du dir deinen eigenen Bokashi anlegen kannst und was du bei der Pflege beachten solltest.

Bokashi anlegen

Was ist ein Bokashi?

Fälschlicherweise häufig als Kompost bezeichnet, findet im Bokashi gar keine Kompostierung statt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen 3-Kammer Komposter oder Wurmkomposter werden in einem Bokashi die Abfälle fermentiert. Unter Sauerstoffausschluss zersetzen verschiedenste Mikroorganismen dabei den enthaltenen Zucker und erzeugen eine nährstoffreiche Lösung, den Bokashi Tee. Mittels eines kleinen Ablaufhahn kannst du diesen abzapfen und mit dem Gießwasser deinen Pflänzchen zugeben. Am Ende bleibt dir ein fermentierter Feststoff, den du im Garten untergraben kannst

Vor- und Nachteile eines Bokashis

Wie fast alles auf der Welt, hat der Bokashi sowohl Vorteile und Nachteile. Lass uns nun durch die wichtigsten Punkte gehen. So kannst du für dich entscheiden, ob der Bokashi etwas für dich ist.
[Kleiner Spoiler: Ganz bestimmt!!!]

Vorteile des Bokashi

In einem normalen Komposter, kommt es zwangsläufig zu Nährstoffverlusten – Wieso?
Während der Zersetzung werden Gase frei, die deinem Kompost Kohlenstoff und Stickstoff entziehen. Das passiert im Bokashi nicht. Da der Eimer luftdicht verschlossen ist und bei der Fermentation keine Gase entstehen, bleiben alle enthaltenen Nährstoffe im Bokashi und Bokashi Tee. So besitzt Bokashi besonders viel Stickstoff und das auch noch in einer Form, die von Pflanzen einfach aufgenommen werden kann.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Kompostierung kannst du deinem Bokashi auch Milchprodukte, Fleisch und gekochte Essensreste zugeben. Das erleichtert die Mülltrennung! Eine komplette Auflistung ist weiter unten aufgeführt.

Wer kennt es nicht – Biomüll bei warmem Wetter wird schnell sehr unangenehm für die Küche. Verwertest du deine Abfälle hingegen in einem Bokashi, kannst du getrost weiter aufatmen. Denn ein Bokashi stinkt nicht, da er keine unangenehmen Gase bildet. Daher eignet er sich ideal für die Küche. Einzig beim Öffnen des Behälters wirst du einen leicht vergorenen Geruch wahrnehmen. 

Auch vor Nagetieren und lästigen Insekten ist dein Bokashi sicher. Dank des geschlossenen Systems kannst du dir sicher sein keine Fliegenplage oder andere ungewollte Mitbewohner anzulocken.

Verrottende Lebensmittel erzeugen klimaschädliche Gase. Hast du einen luftigen Kompost (aerobe Umgebung) setzt dieser CO₂ frei. Wenn du deinen Kompost nicht regelmäßig wendest oder deine Abfälle auf der Deponie landen (unaerobe Umgebung) wird sogar Methan freigesetzt, was ein noch vielfach schlimmeres Treibhausgas ist. Ein Bokashi setzt keine klimaschädlichen Gase frei. Er ist also die Öko-Variante der Abfallverwertung.

Nachdem der Bokashi-Eimer bis oben gefüllt wurde, dauert es in etwa 2 Wochen, bis er die Fermentierung abgeschlossen ist. Damit ist es die schnellste Methode der Bioabfall-Verwertung.

Außerdem gibt es kein lästige Wenden, wie es bei einem Komposter der Fall ist. Du brauchst nichts weiter tun, als deinen Bokashi zu befüllen. Danach kannst du dich zurücklehnen und Tee trinken – aber besser nicht den Bokashi Tee 🙂 

Gerade für Menschen mit einem kleinen oder gar keinem Garten ist Platz oft ein Problem. Für einen herkömmlichen Komposter ist da oft kein Platz. Besonders für diese Menschen ist der Bokashi ideal. Er nimmt nicht mehr Platz ein als ein Eimer und kann aufgrund seiner Geruchslosigkeit sogar in der Küche aufgestellt werden. Somit passt er unter jedes Waschbecken.   

Nachteile des Bokashi

Bokashi hat einen pH Wert von 3-4. Das ist schon recht sauer und kann für deine Pflanzen schädlich sein, wenn sie direkten Kontakt damit haben. Verdünne daher den Bokashi Tee 1:10 mit Wasser und halte immer etwas Abstand zwischen dem fermentierten Bokashi und deinen Pflanzenwurzeln.

Damit der Bokashi optimal funktioniert, solltest du zwischen deine Bioabfälle immer etwas Pflanzenkohle, Gesteinsmehl und Effektive Mikroorganismen (EM) zugeben. Beide werden zumeist zugekauft. 

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Gesteinsmehl: https://amzn.to/3vIUBUF  *
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Wenn du nichts dagegen hast, dir die Finger schmutzig zu machen, kannst du dir auch Pflanzenkohle selber herstellen.
Es gibt auch die Möglichkeit EM selbst zu vermehren.
Die Herstellung von Gesteinsmehl ist leider nicht so einfach 🙁

Da dein fertiger Bokashi nur fermentiert und noch nicht kompostiert wurde, musst du das nachholen. Dazu kannst du fertigen Bokashi auf deinem Kompost verteilen oder ihn im Garten vergraben.  

Woher bekomme ich Pflanzenkohle, EM und Gesteinsmehl?

Willst du richtig durchstarten, brauchst du Pflanzenkohle, Effektive Mikroorganismen (EM) und Gesteinsmehl. Die kannst du natürlich auch direkt online bestellen. 

Die perfekte Pflanzenkohle für deinen Bokashi findest du hier: hochwertige Pflanzenkohle aus DE im Angebot

Warum ist der Bokashi so nährstoffreich?

Einer der wichtigsten Nährstoffe für deine Pflanzen ist Stickstoff. Sie brauchen ihn, um beispielsweise Chlorophyll in ihren Blättern zu produzieren und Sauerstoff zu erzeugen. Bei einer normalen Verrottung kommt es schnell dazu, dass Stickstoff „ausgast“. Es bilden sich also gasförmige Stickstoffverbindungen wie Ammoniak und Lachgas, die in die Atmosphäre entkommen. Damit fehlen sie in deinem Dünger und schaden dem Klima – denn Lachgas ist 300-mal klimaschädlicher als CO₂. Im Bokashi kommt es zu keiner Ausgasung, der Stickstoff bleibt genau da, wo du ihn haben willst – in deinem Dünger.

Der optimale Standort

Damit dein Bokashi ordentlich arbeiten kann, solltest du ihm an einem warmen Ort aufbewahren. Am besten stellst du ihn direkt in der Küche oder einem anderen im Winter beheizten Raum auf. Denn wenn es deinem Bokashi zu kalt wird, funktioniert die Fermentation nicht richtig.  

sind für deinen Bokashi Eimer ideal
0 °C

Wie der Bokashi funktioniert

Schritt 1 - Die Basis schaffen

Pflanzenkohle für Bokashi

Damit der Bokashi gut funktionieren kann, braucht er eine gesunde Basis. Etwas, das Feuchtigkeit und Nährstoffe aufsaugen kann – keine Sorge, es werden noch mehr als genug Nährstoffe im Bokashi Tee verbleiben. Hier bietet sich eine Schicht Pflanzenkohle an.

–> Fülle den Eimer mit ein paar Zentimetern Pflanzenkohle
Die perfekte Pflanzenkohle für deinen Bokashi findest du hier: Bokashi Pflanzenkohle

Schritt 2 - Abfälle zugeben

Jetzt kann es auch schon losgehen und du kannst deine Abfälle hinzugeben. Zerschneide größere Abfallstücke vorher auf einen Durchmesser von etwa 3cm zurecht.

1. Dann kannst du deine Abfälle zugeben und sie gleichmäßig im Bokashi Eimer verteilen.
 *Alles mit dem Stampfer gu
t festdrücken.*
2. 
Die Oberfläche reichlich mit EM besprühen 
3. Gibt dann eine dünne Schicht Urgesteinsmehl gefolgt von 1-2cm Pflanzenkohle hinzu.
 *Alles mit der Stampfer gut festdrücken.*
4. Deckel drauf und luftdicht verschließen.

Pflanzenkohle auf Bokashi

Schritt 3 - Die Fermentation

Nun beginnt auch schon die Fermentation. Hierbei wird aus deinem Bioabfall eine nährstoffreiche Flüssigkeit abgesondert. Diese kannst du als Bokashi Tee täglich abzapfen. Wenn der Bokashi Tee zu lange im Eimer bleibt, kann er schlecht werden und beginnen zu stinken. 

Nun wiederholst du so lange Schritt 2, bis der Eimer voll ist. Danach kannst du ihn noch für ungefähr 2 Wochen arbeiten lassen. Sobald kein Bokashi Tee mehr entsteht, ist die Fermentation beendet und du kannst deinen Bokashi Eimer entleeren.

Was gehört in den Bokashi

Bioabfall im Bokashi

Wie du deinen Bokashi benutzen solltest

Der Bokashi Tee

Der entstandene Bokashi Tee ist sehr nährstoffhaltig, jedoch auch ziemlich sauer. Das mögen deine Pflanzen eigentlich nicht. Daher ist es ratsam, den Bokashi Tee im Verhältnis 1:10 mit Wasser zu verdünnen. So kannst du ihn einfach mit dem Gießwasser bei deinen Pflanzen verteilen. 

 

Der fermentierte Bokashi

Fermentierter Bokashi sieht am Ende gar nicht anders aus als die Abfälle, die du in den Bokashi-Eimer gegeben hast. Das ist ganz normal! Schließlich hat noch keine Kompostierung eingesetzt. Die muss nämlich noch nachgeholt werden. Dazu kannst du deinen fertigen Bokashi einfach in deinem Komposter verteilen und gut mit Kompost bedecken – so kann der Prozess schnell starten. Hast du keinen Komposter, kannst du ihn auch einfach im Garten untergraben. Oder du vermischt ihn in Erde und lässt ihn in einem luftigen Blumentopf verrotten. Achte aber darauf, dass keine Pflanze direkt mit der Wurzel den Bokashi berührt.

Nach wenigen Wochen ist dein Bokashi ausreichend kompostiert und auch nicht mehr sauer. Dann kann er von deinen Pflanzen verspeist werden.

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